EEG Research

TaKeTiNa und die neurovegetative Rhythmizität

Dr. med. Michael A. Überall Direktor, Institut für Neurowissenschaften, Nürnberg


EEG-Messungen

Dr. Michael Überall und sein Team haben die EEG-Daten eines TaKeTiNa-Workshops ausgewertet, der über eine Periode von mehreren Tagen im Mai 2010 im TaKeTiNa Institut stattgefunden hat. Das Forscherteam hat die Gehirnwellen der Teilnehmer vor und nach dem TaKeTiNa-Prozess gemessen.


Die QEEG-Pilotstudie zeigt objektive Veränderungen in der bioelektrischen Gehirnaktivität als ein Ergebnis von TaKeTiNa

Die quantitative Ereignisauswertung von bioelektrischen Korrelaten der Gehirntätigkeit findet in der Humanmedizinforschung bereits seit Langem statt. Sie ergänzt traditionelle therapeutische Hinweise (z.B. bei der Epileptologie).

Dank modernen Hochleistungscomputern und komplexen mathematischen Algorithmen sind diese Technologien der Grundstein für ein neues neurologisches Verständnis der relevanten EEG-Signale. Gleichzeitig werden komplett neue Perspektiven in komplexen psychologischen Fragestellungen und alternativen Therapieansätzen möglich. Obwohl solche Ansätze insbesondere in problematischen Bereichen wie Schmerztherapie immer besser werden, ist es aufgrund von methodologischen Unzugänglichkeiten schwer, Forschungsergebnisse nachzuweisen. Dies erklärt auch, warum diese Ansätze keine große Rolle in der heutigen medizinischen Praxis spielen.

Der große Erfolg von TaKeTiNa in Zusammenhang mit chronischen Schmerzsyndromen hat zu neuem Forschungsinteresse in diesem Bereich geführt. So wurde im Sommer 2010 eine Pilotstudie am TaKeTiNa Institut in Wien durchgeführt. Dabei wurden bei TaKeTiN-Teilnehmern neurophysiologische Korrelate der zerebralen Gehirnaktivität mit mehrkanaligen Elektroden gemessen und ausgewertet.

Unsere a priori Hypothese war:

a) Bestimmte chaotische Phasen, die von Teilnehmern während des TaKeTiNa-Prozesses wiederholt erlebt werden, führen zu der Entwicklung von neuen endogenen Bewältigungsstrategien, die bei chronischen Krankheiten helfen. Dies sollte mit jedem korrespondierendem neurophysiologischen Korrelat objektiviert und nachgewiesen werden können. Als Beispiele für solche Korrelate gelten etwa plötzliche Änderungen in den Frequenzbändern (dies ist typisch für einen Trancezustand, hypnagoges Bewusstsein, Wachträume, Hypnose, Meditation, Tiefentspannung, verstärkte Lernfähigkeit).

b) Der Zeitpunkt und die Dauer dieser Phasen sollte mit der QEEG-Analyse klar definierbar sein.

c)  QEEG-Veränderungen, die mit diesen Phasen in Verbindung gebracht werden können, sollten klarer sein als anfängliche Werte die vor dem TaKeTiNa-Prozess gemessen werden, das heißt, wenn die Teilnehmer noch in einem entspannten Zustand waren.

d) Diese Veränderungen sollten weder räumlich noch zeitlich mit anderen bekannten QEEG-Veränderungen zusammenhängen (wie etwa solche in Verbindung mit Wachsamkeit oder Medikamenten)

Bei der Studie wurde auf eine mathematische Prozedur zurückgegriffen. Konkret ging es um eine Art mehrkanalige, quantitative DAS-Analyse von Zeitreihen und Trends. Diese kann den räumlich-zeitlichen und energetischen Charakter der Dynamik des Echtzeit-EEG in einen biometrisch einzigartigen Makroindikator des Gehirns übersetzen. Dadurch werden eine stochaistische Messung (analog zu der Theorie von Selye für das allgemeine Adaptationssyndrom als eine integrative EEG-Wachsamkeit) und eine objektive Quantifizierung von speziellen physiologischen Funktionen im Rahmen eines integrativen Konzepts möglich.
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Wir konnten klare chaotische Phasen identifizieren, also das „aus dem Rhythmus Fallen“. Weiter konnten wir bioelektrische Ruhephasen identifizieren, die stärker waren als jene kurz vor dem TaKeTiNa-Prozess. Zudem hat die Erfahrung aus der Rhythmusreise dazu geführt, dass ein autonomer Lernprozess aktiviert wurde. Teilnehmer konnten diesen sowohl unbewusst als auch bewusst einsetzen. Letzteres etwa während der Pausen zwischen den EEG-Messungen. (siehe die Differenzen zwischen Messungen vor und nach dem Übungsprozess).

Dies ist das erste Mal, dass moderne Messmethoden und Computerprozeduren die Auswirkung von TaKeTiNa auf neurophysiologische Veränderungen in der zerebralen Gehirntätigkeit nachweisen konnten. Wir hoffen, dass diese Studien die Grundlage für ein Erklärungsmodell für die Wirksamkeit von Rhythmustherapien bilden werden und zu neuen Therapien mit TaKeTiNa führen.


Illustration

Darstellung des energetischen Rhythmus des QEEG-Makroindikators vor, während und nach der 90-minütigen TaKeTiNa Einheit. Interessant sind folgende Beobachtungen:

  • Markierung für die Entspannung (rot) während der Ruhephase vor der Übung
  • Klare Aktivierung während der polyrhythmischen Übung (starkes rot)
  • Plötzlich einsetzende Phasen der Tiefentspannung in Zusammenhang mit „fallenden Rhythmus (blockartige blaue und grüne Phasen)
  • Markierung für die Entspannung während der letzten Ruhephase (weniger rot/gelbe Farbe im Vergleich mit der Ausgangssituation)